Fahrsicherheitstraining (Audi) – Das Adrenalinerlebnis mit massig PS

Wie es dazu kam?

Seit nun ein paar Wochen bin ich die stolze Besitzerin eines neuen Audi A1. Es ist mein erster Neuwagen und ich gehe wirklich sorgsam damit um. Mein Freund und meine Vater sind ja überzeugt davon, dass Frauen nicht Autofahren könnten. Sie haben mir ein sogenanntes Fahrsicherheitstraining geschenkt. Erst dachte ich, es sei ein Scherz der beiden. Später war ich allerdings davon überzeugt, dass ich dieses Training nutzen möchte und es den beiden ordentlich zeigen werde. Ich habe also einen Gutschein für ein Fahrsicherheitstraining von den beiden bekommen. Ich wollte nicht unbedingt mit meinem neuen A1 fahren. Die beiden haben also eine Lösung gefunden, bei welchen ich mit einem anderen Auto fahren durfte. Dass es sich um einen Audi R8 mit 420 PS und einen V8 Motor handelt, wusste ich im Voraus noch nicht.

Der Ablauf des Tages:

Am Wochenende ging es nun endlich los. Ich konnte die Nacht davor wirklich nur unruhig schlafen. Morgens um 8 Uhr wurde sich mit allen Fahrern am Audizentrum in Dresden getroffen. Nach einem kurzen Briefing durch die Leitung wurde anschließend zum Trainingsgelände gefahren, welches ungefähr 30 Minuten entfernt war. Danach gab es erst einmal Frühstück. Ich habe an dieser Stelle auch vor Aufregung kaum einen Bissen runterbekommen. Nach dem Frühstück folgte dann die ausführliche theoretische Unterweisung. Durch diese Tipps fiel mir die Anspannung mehr und mehr ab. Gegen 9:30 Uhr startete dann die erste Trainingseinheit im Audi R8 für mich. Gegen 12 Uhr war eine Mittagspause geplant. Diese war für mich auch sehr nötig, da ich dieses erste Adrenalin geladene Erlebnis erst einmal verdauen muss. Nach dem Mittag freute ich mich wahnsinnig auf die zweite Trainingseinheit. Diese dauerte ungefähr bis 14:30 und danach ging es wieder zurück zum Audizentrum nach Dresden. Leider war dieser schöne Tag schon ca. 16:15 Uhr im Audizentrum vorbei.

Der Trainer für das Training

Ich fragte mich im Vorhinein, wie der Trainer wohl sein möge. Ich erinnerte mich an die Zeit meiner Fahrstunden zurück. Mein ehemaliger Fahrlehrer setzte immer eine ernste Mimik auf und kritisierte mich bei Fehlern. Wird es dieses Mal auch so sein?

Aber es wurde ganz anders. Der Trainer, welcher Wolfgang Küther war, verbrachte den ganzen Tag mit uns. Im Gegensatz zu meinem alten Fahrlehrer war er ein echter Profi. Er hat enorm viel Fachwissen und kann dies auch sehr interessant rüberbringen. Er ist außerdem Ex-DDR-Meister in der Formel 3. Mit ihm wurde es auch zu keiner Zeit langweilig, da er die auch in den Trainingseinheiten seinen Humor nie verlor. Ständig lockerte er die Stimmung mit Charme und Witz wieder auf. Dass ich das erste Mal einen einem Wagen mit so viel Power saß schien ihn nicht zu stören oder zu verunsichern. Er hatte wirklich alles die komplette Zeit über unter Kontrolle.

Das Training:

Los ging alles mit den Basics. Nachdem wir gefrühstückt hatten wurde erst einmal an der richtigen Sitzposition im Auto gefeilt. Dass es da zu so viele, auch gefährlichen, Fehlern kommen kann war mir nicht bewusst. Auch die richtige Haltung des Lenkrades wurde für den Slalomparcours eingestellt. An dieser Stelle wurde mir klar, dass es alles andere als ein Spaziergang durch diesen Parcours werden würde. Ebenso wurde mir genau und verständlich erklärt, wie wichtig die richtige Haltung im Fahrzeug ist. Je höher die Geschwindigkeiten werden und je anspruchsvoller die Strecke, beziehungsweise die Straßenlage, desto besser muss man reagieren. Dies geht natürlich nur in einer dafür geeigneten Haltung.

12999701_225220394510288_1356361505_oDanach ging es endlich zur Sache. Es stand nun endlich die Notbremsung auf dem Programm. Auch im normalen Alltag kann es durch Unfälle zu Situationen kommen, in welchen man sofort anhalten muss. Zu Beginn hatte ich ein paar Berührungsschwierigkeiten damit, dass Bremspedal voll durchzutreten. Doch Herr Küthner erklärte mir worauf ich zu achten habe und wie wichtig das ist. Ich habe so das richtige Bremsen gelernt. Es wurde sowohl mit, als auch ohne ABS gebremst. Wo das Bremsen ohne ABS eine enorme Herausforderung für mich darstellte. Dies sollte den Ausfall des Systems simulieren. Ich konnte lernen, wie man den A8 in kürzester Zeit auf der minimalen Wegstrecke zum Stehen bringen kann. Zudem weiß ich jetzt, wie man seinen Wagen auch in schwierigen Lagen in der Spur hält. Die Teststrecke hat einen separaten Abschnitt, welcher verschiedene Fahrbahnuntergründe simulieren kann. Mir war vorher nicht klar, wie unterschiedlich sich diese auf das Bremsverhalten auswirken können.

Danach wurde uns in einer sogenannten Skid-Pad-Einheit erklärt, was wir zu tun haben, wenn das Auto seinen eigenen Willen durchsetzen möchte. Hierbei war die Rede vom sogenannten Über- oder Untersteuern. Wir fuhren also auf einem großen Platz mit ausreichend Auslauf mit entsprechend hoher Geschwindigkeit im Kreis. Dadurch wurden hohe Kurvengeschwindigkeiten simuliert. Es wurde solange gefahren, bis der Wagen ausgebrochen ist. Die Fliehkräfte die dabei frei wurden waren wirklich enorm und haben mich ziemlich überrascht. Somit wurde ich mit viel Aufregung auf die noch folgende Steilkurve vorbereitet.

Vor der Steilkurve wurde allerdings das richtige Ausweichen geübt. Anfangs führ man nur auf sichtbare und klassische Hindernisse zu und musste dementsprechend ausweichen. Die Übungen wurden allerdings zunehmend komplexer und passten sich Extremsituationen, welche tatsächlich im Alltag auftreten können, sehr realistisch an. So wurden später plötzlich und unerwartet Fußgänger herein geschoben oder Tierattrappen überquerten die Straße. An dieser Stelle war das Ausweichmanöver nicht mehr so einfach. Ich kann euch sagen, wenn plötzlich der Dummy vor das Auto geworfen wird, wird einem anders zu Mute.

Den größten Spaßfaktor hatte die alles abschließende Steilkurve. Besonders hier merkte ich die wahnsinnigen Kräfte, welche in so einem Fahrzeug auf mich und die Straße wirken können. Mit dem R8 bin ich nur wenige Zentimeter über den Boden mit einer enormen Geschwindigkeit durch die Kurve geflogen. Ich hatte schon Angst, dass es der Wagen nicht mehr schafft. Dennoch war ich sehr sicher und habe alles souverän gemeistert.

Fazit:

Der Tag war für mich ein voller Erfolg und ich kann jedem dieses Training weiterempfehlen. Man lernt nicht nur viel über die Sicherheit im Straßenverkehr sondern auch über sich selbst. Für 20 Euro extra durfte sogar mein Freund im Audi R8 mitfahren. Ihm konnte ich sehr wohl zeigen, dass Frauen Autofahren können.

 

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